High Noon als mörderischer Theaterspaß (RP vom 25.6.2018)

„UNESCO-Schüler überzeugen mit Camp-Lintfort-Western-Krimi“ – so lautet die Einschätzung von Elisa Erdmann in der NRZ vom 24.6.2018 zur diesjährigen Theateraufführung der Oberstufe der UNESCO-Schule (siehe http://www.uskl.de/images/presse2018/2018_06_25-NRZ-Western.jpg). Aber nicht nur die Lokalzeitungen berichteten von dem Theaterabend. Auch einige Schüler des elften Jahrgangs haben ihre Eindrücke von der Inszenierung notiert.

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PANG! PANG! Schüsse in der Stadthalle? In dem Western-Krimi „Mord auf der Gartenschau“, gespielt vom Literaturkurs des zwölften Jahrgangs und erstellt in Zusammenarbeit mit Kurslehrer Jörg Grütjen, geht es ganz schön heiß zur Sache! Die Stadthalle verwandelte sich am Freitagabend, dem 22.6.2018, zu einem riesigen Saloon im wilden Westen. Zur Aufführung erschienen viele Menschen allen Alters: Schüler, Eltern, Großeltern, Lehrer und auch darüber hinaus Interessierte. Das Stück wirft viele Fragen auf und weist insgeheim auch auf Kritikpunkte der zukünftig stattfindenden Landesgartenschau in Kamp-Lintfort hin.

Katharina Ruß

 

„Mord auf der Gartenschau“ lautet der Titel des diesjährigen Theaterstückes, welches sich selbst dem Genre Western-Krimi verschreibt, ohne dabei in ausgetretenen Klischees steckenbleiben zu wollen. Stattdessen präsentiert sich das Stück als Crossover, das die Western-Kultur in das Kamp-Lintfort des 21. Jahrhunderts transportiert und mit Motiven aus einem Film des Regisseurs Fred Zimmerman mischte.

Nico Hoffmann

 

Es geht um einen Mordfall an dem Bergmann Jürgen Schmidt, genau einen Tag vor der Landesgartenschau.

Dieser Fall muss nun von Sheriff Bill Kane (Levin Jäkel) geklärt werden. Zudem setzen sich noch Detektiv Johnson (Zoe Potschka) und ihr Gehilfe (Lejla Muminovic) mit dem Mord an Jürgen Schmidt auseinander und versuchen den Täter zu finden. Zudem gibt es noch die Cowboys (Pascal Koppers & Orhan Dilsiz), welche nach Alkohol und guter Stimmung suchen. Jedoch kommen plötzlich Gerüchte auf, dass der Verbrecher Frank Miller wieder in die Stadt kommt, weshalb der frisch verheiratete Bill Kane, welcher seinen Sheriffstern ablegen und mit seiner Frau (Caitlin Pilenz) wegziehen wollte, doch in der Stadt bleibt, um Miller aufzuhalten, was seine Frau vor lauter Angst nicht unterstützen kann und sie will mit dem nächsten Zug die Stadt verlassen. Davon lässt sich der Sheriff jedoch nicht abhalten und will den Verbrecher erneut verhaften und für immer aus der Stadt jagen. Jedoch gibt es niemanden, der ihm helfen will. Somit steht er alleine da und muss auch noch, parallel zu den Detektiven, versuchen einen Mordfall zu lösen. Außerdem gibt es noch Helen Ramirez (Saskia Weber), welche eine Kneipe besitzt, die bei den zwei Cowboy-Stammkunden sehr gut ankommt. Als es jedoch soweit ist und Frank Miller in die Stadt kommt und von Bill Kane verhaftet wird, kommt alles ans Licht.

Bastian Schmidt

 

Am Abend vor Eröffnung der Landesgartenschau wird eine Leiche entdeckt. Nun stellt sich die Frage, ob die Eröffnung stattfinden kann bzw. der Mord schnell genug aufgeklärt werden kann. Aber das ist nicht das einzige Übel ... Der Stadtbekannte Ganove Frank Miller ist auf dem Weg nach Kamp-Lintfort, um sich am Sheriff Kane zu rächen. Sheriff Kane hat gerade seine Frau Amy geheiratet, jedoch weiß sie da noch nichts von der schönen Helen Ramirez, die eine Kneipe besitzt und noch für ganz andere Dinge bekannt ist.

Sheriff Kane, gespielt von Levin Jäkel, ist die Hauptfigur des Stückes. Er stellt sich seiner Vergangenheit und seiner Gemeinde, um gegen das Böse zu kämpfen. Um das erfolgreich durchführen zu können, bringt er große Opfer, die auch seine neue Frau betreffen. [...]

Das Stück ist vor allem durch seine lustigen Akzente geprägt, aber auch die Ernsthaftigkeit der Probleme, die in dem Stück zum Ausdruck kommen, sind dominant. So handelt das Stück neben Mord auch von sozialen Problemen und genauso von privaten Problemen, vor allem in der Liebe.

Thilo Staar

 

Trotz ihrer kurzen Theatererfahrung zeigten sich die Darsteller in Ihrer Rolle authentisch und überzeugend, was beispielsweise Amy, die Frau von Kane bewies, als sie sich innerlich zerrissen von Kane abwendete, sodass man ihre inneren Gefühle und Position anhand ihrer Körperhaltung erkennen konnte. Demnach wirkten sogar Kampfszenen wirklichkeitsnah, wie die Schlägerei zwischen Kane und Harvey zeigte. Nicht nur verständlich sondern auch überzeugend waren die Stimmen der Darsteller auch dann, wenn sie über die Bühne hinaus gegen die Größe des klangverschluckenden Raumes ankämpfen mussten.

Mit Einschränkung von kurzen Durststrecken war die Spannung bis zuletzt durchgehend gegeben, da sich immer wieder neue Fragen stellten, welche zum Mitdenken aufforderten, und sogar das Publikum in das Stück involviert wurde. Insgesamt war die Handlung überschaubar aufgebaut.

Nico Hoffmann

 

Schauspieler in ihren Rollen, die ich gerne besonders loben würde, ist die Frau des Hilfssheriffs, die ihre Rolle sehr ausdrucksstark und pikant dargestellt hat und dadurch einfach überzeugte. Wie schon erwähnt, fand ich die Banditen, die das Stück so humorvoll machten, sehr gut, aber auch die Kommissarin spielte ihre Rolle überzeugend. Außerdem würde ich gerne auch den Bergmann loben, der am Anfang gestorben ist, so wie die Hilfsdetektivin, die der Rolle einfach Leben einhauchte und dem Stück nochmals das gewisse Etwas gab.

Lynn Kronenberger

 

Die Leistung der Schauspieler war gut. In manchen Szenen hätte etwas lauter gesprochen werden können, jedoch hat man alles, was auf der Bühne stattfand, sehr gut verstehen können.

Die Doppelbesetzung der Figuren war nicht immer ganz verständlich und glücklich, aber durch kleine Details, bspw. Unterschiede der Kleidung, wurde es dem Zuschauer erleichtert, Veränderungen der Rolle nachzuvollziehen.

Des Weiteren war das Bühnenbild sehr einfach gestaltet, jedoch wurde mit dem, was vorhanden war, sehr gut gespielt und, falls nötig, auch sehr gut improvisiert. Die Einfachheit des Bühnenbildes hat ein kleines Stück weit das schauspielerische Können gezeigt und den Charme des Stückes ausgemacht. Jedoch hätte man gerade beim Improvisieren von Orten und Räumlichkeiten auf die vorher definierten Details achten können.

Louisa Klabunde

 

In dem Theaterstück haben viele tolle Schauspieler mitgewirkt. Das Bühnenbild war zwar schlicht gehalten, hat aber immer zur Handlung gepasst. [...] Das Publikum hat viel geklatscht und bei witzigen Szenen gelacht. An den Seiten des Zuschauersaals wurde ein Live-Bild übertragen, auf dem man die zwei bösen Cowboys gelegentlich sehen konnte, wie sie Unsinn anstellen, der ganz zu ihrer Rolle gepasst hat. Diese Übertragung war ein guter Blickfänger und hat für extra Lacher im Publikum gesorgt.

Ruby Menzel

 

Um die Zuschauer mit einzubeziehen, waren wir als Zuschauer die Gemeinde in der Kirche und mussten aus der Bibel singen, so dass wir aufstehen mussten und mit dem Pfarrer sangen. Auf diese Weise haben die Schauspieler darauf geachtet, dass wir auch eine Gelegenheit haben, am Stück teilzunehmen, um uns besser in die Lage des Stückes hineinzuversetzen. Außerdem kam das Maskottchen „Kalli“ von der Landesgartenschau Kamp-Lintfort auf die Bühne, um gute Stimmung im Publikum auszulösen. Da das Maskottchen in seinem Kostüm sehr süß aussieht, steigerte sich die gute Stimmung von uns Zuschauern.

Olivia Christmann

 

Aufsehen erregte der Gastauftritt des Erdmännchens Kali, dem Maskottchen der anstehenden Gartenschau, welches unvermittelt in eine brenzlige Lage gerät. Für viele war dies wohl ein zusätzliches Highlight des Abends. Für alle die, die Stadt Kamp-Lintfort nicht nur vom Ortsschild her kennen, fanden sich immer wieder bekannte Örtlichkeiten in dem Stück wieder, wie etwa der Klostergarten der Stadt.

Nico Hoffmann

 

Abschließend möchte ich ein kurzes Fazit ziehen. Ich bin kein Freund vom Theater allgemein, weil ich mich von Theaterstücken einfach nicht angesprochen fühle. Allerdings [...] war es das erste Stück unserer Schule, das ich mir angeguckt habe. Ich finde die Story sehr interessant und die Umsetzung empfinde ich als gelungen. Eine Pause wäre gut gewesen, weil zwei Stunden sehr anstrengend waren. Alles in allem hat es mir Spaß gemacht zuzuschauen.    

Dominik Schmidt

 

Der „Schwarze Diamant", die legendäre Kneipe in Kamp-Lintfort, kommt ins Spiel und damit auch Örtlichkeiten der Lokalgeschichte. Und plötzlich gerät das gerade inthronisierte Maskottchen der Landesgartenschau „Kalli" noch in den Fängen der beiden Cowboys. Goldgräberstimmung scheint selbst bei der Landesgartenschau möglich, denn mit Kalli ließe sich jede Menge Geld machen, so die Meinung der beiden Cowboys, wenn sie mal nicht "etwas Alkohol" trinken. [...]

Vorbild für den Western im 21. Jahrhundert ist der Filmklassiker „High Noon" („Zwölf Uhr mittags"), der die Akteure inspirierte und sie von anderer Seite den Strukturwandel in Kamp-Lintfort verarbeiten lässt. Früher waren es die Mönche, die das Gelände urbar machten, Wissen und Know-how mitbrachten. Zur nächsten Etappe gehört der Bergbau. Die zukünftige Entwicklung der Stadt wird von Landesgartenschau bestimmt und setzt erneut ungeahnte innovative Kräfte frei. Im Vorfeld hatte sich der Literaturkurs mit der lokalen Geschichte auseinandergesetzt.

Sabine Hannemann (Rheinische Post vom 25.6.2018, siehe http://www.uskl.de/images/presse2018/2018_06_25-RP-Western.jpg)

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